Grundgedanke der Waldorfpädagogik ist die Gleichwertigkeit aller Menschen. Die indivi-duelle Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler wird respektiert. Es gilt, die unter-schiedlichen Begabungen und Fähigkeiten eines jeden zu entwickeln. Daher werden alle Schüler in einer Klasse unterrichtet, unab-hängig von ihren individuellen Begabungs-schwerpunkten oder Leistungsfähigkeiten. Die Gruppenbildung erfolgt nach pädagogischen Gesichtspunkten (ausgewogene Zusammen-setzung der Gruppe), nicht nach Leistung.
Durch das gemeinsame Arbeiten lernen die Schüler ihre individuellen Besonder-heiten schätzen. Schwierigkeiten werden gegenseitig ausgeglichen, Begabungen entwickelt, Fähigkeiten gesteigert. Davon profitieren alle Schüler, so dass auch die Leistungsstärksten gut gefördert werden können.
In heilpädagogisch arbeitenden Waldorfförderschulen (Sonderschulen) werden aus demselben Grundgedanken Schüler mit unterschiedlichem Förderbedarf (Lernhilfe, Erziehungs-hilfe, Praktisch-Bildbare, teilweise auch Körperbehinderte) in einer Klasse gemeinsam unterrichtet.
Schüler mit einem besonderen Förderbedarf können in begrenztem Umfang auch in die Regelklassen der Freien Waldorfschule integriert werden. An manchen Schulen gibt es einen eigenen „Kleinklassenzug“. In Deutschland gibt es darüber hinaus zur Zeit drei integrative Waldorfschulen.
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