Eurythmie (wörtlich: schöne Bewegung, schöner Rhythmus) ist eine Kunstform: Die innere Bewegung, die der Mensch bei Musik oder Dichtung empfindet, wird in körperlichen Bewegungen sichtbar gemacht. Ein bestimmter Rhythmus kann so zum Beispiel im Laufen durch die Schrittfolge, das Tempo und die Wegspur im Raum ausgedrückt werden. Tonhöhe und Lautcharakter werden durch Gebärden von Armen und Händen dargestellt.
Die eurythmischen Grundgebärden hat Rudolf Steiner entwickelt. In jedem konkreten Erleben von Sprache und Musik müssen diese Grundgebärden in einem individuellem, künstlerischem Prozess umgesetzt und ausgearbeitet werden.
Die Eurythmie wird an speziellen Kunsthochschulen gelehrt. Orchesterwerke, Märchen und Schauspiele werden in dieser Kunstform aufgeführt.
Da das innere Nachempfinden von Rhythmus, Ton und Sprachlaut sowie das dem entsprechende Ausdrücken in körperlichen Gebärden hohen erzieherischen Wert haben, wird Eurythmie in Waldorfkindergärten geübt und ist in der Freien Waldorfschule in allen Altersstufen ordentliches Unterrichtsfach.
Die eurythmische Betätigung wirkt auf den Zusammenklang von Körper, Seele und Geist harmonisierend. Sie wird daher zunehmend auch in Betrieben von den Mitarbeitern in Arbeitspausen ausgeübt.
Die heilsame, therapeutische Wirkung der Eurythmie wird im Rahmen der anthroposophischen Medizin in der speziellen Heileurythmie genutzt.
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